H.a.d.R. – Hack an der Ruhr 2022

Einmal kurbeln, Zack fettich – ‘n Event im östlichen Ruhrgebiet.

tldr:
Was: ein Wochenende gemeinsam rumgeeken
Wann: 22-24.07.2022
Wo: Gelaende Auf der Heide – Kneipe & Kultur Heidestr. 55, 58239 Schwerte / OSM
Links:
Event Webseite
Pretix Link zum Event
Engelsystem

Während der Kooperation mit der Heidekneipe im letzten Herbst (-> ALLES IST EINS. AUSSER DER 0.) war bereits klar dass an der Location deutlich mehr geht als nur ein Abend OpenAir Kino. Und jetzt ist es tatsächlich so weit und wir laden euch am Wochenende vom 22 bis 24 Juli ein zur ersten “Hack anner Ruhr“.

Es gibt bewusst kein Vortrags & Workshop Programm. Zum einen weil das Zusammenstellen eines Programms ein sehr zeit intensiver Akt ist und zum anderen weil das gemeinsame Erleben, Austauschen und Erschaffen Vorrang haben sollen. Statt von einem Vortrag zum nächsten zu hetzen, könnt ihr euch bei ner Mate, nem Bier oder nem Tschunk (oder ner Bratwurst oder ner Limo oder oder oder…) gegenseitig eure neusten Projekte zeigen, quatschen und spontan Dinge tun. Aber ihr dürft natürlich auch gerne nen Workshop oder nen Vortrag mitbringen – alles kann, nix muss 😉

Wir haben auch unser eigenes ‘Chaos-Hostel’ in welchem ihr euch (für kleines Geld) ein Bett oder Platz für ein Zelt buchen könnt. Die Unterkunft befindet sich nur wenige Minuten zu Fuß vom Veranstaltungsgelände entfernt (Luftlinie: bisschen mehr als 200m) und steht uns während der Veranstaltung exklusiv zur Verfügung. Es gibt dort Betten, Duschen, Küche, Grill-ecke und Gruppenräume. Bei Interesse könnt ihr euch passende Übernachtungen direkt im pretix zu eurem Veranstaltungsticket klicken.

Last but not least: es klappt nur mit eurer Hilfe. Und dass Engel immer ein wenig mehr wissen was gerade abgeht, ist ja ein offenes Geheimnis 😉 Von daher cool wenn ihr euch als Engel registrier und mit anpackt!

Alles ist eins… OpenAir Review

Lang erwartet und die längste Zeit immer ein wenig auf der Kippe, stand gestern die Open Air Vorführung von ‘Alles ist eins. Ausser die 0’ an. Mehr als 80 Menschen aus Nah und Fern hatten sich vorab angemeldet und haben sich gestern zum gemeinsamen Verpeil und Filmguckerei getroffen.
Die Idee für dieses spontane Joint Venture hatte unser Freund Simon aus der Heidekneipe, nachdem im Logbuch: Netzpolitik, über den Film gesprochen wurde.
Vor knapp 4 Monaten gab es ein kurzes Hallo auf der Mailingliste des Chaostreff Dortmund und seitdem haben wir uns mit den notwendigen Vorarbeiten beschäftigt. Allen voran: Absprachen mit Filmverleih, Verband der Filmvorführer und Co. Denn wir wollten gerne eine Veranstaltung ohne Eintritt, was auch möglich gewesen wäre: nur hätten wir nicht öffentlich dafür werben dürfen. Guerilla Marketing Pläne waren schnell gefasst, aber so richtig glücklich waren wir damit nicht. Denn wir wollten ja dass viele Menschen, vor allem jene von außerhalb des Clubs, den Film sehen können. Also gab es Plan B und C: eine kommerzielle Vorführung mit Sponsoren bzw. mit niedrigem Eintrittspreis. Denn: für eine kommerzielle Vorführung darf natürlich geworben (also öffentlich drüber gesprochen) werden. Aber so einfach ist es dann doch wieder nicht, denn der Kinoapparat möchte gerne Geld einnehmen. Und das höchste Gut des Kinos ist die Eintrittskarte. Nur zertifizierte Druckereien dürfen Tickets mit dem offiziellen SPIO Logo drucken (sonst Knast) und die Tickets dienen als Basis der Abrechnung mit dem Filmverleih. Kauf dir 1000 Tickets auf Vorrat, benutze 50 davon und werfe den Rest weg -> zahle als ob 1000 Menschen gekommen wären.

Aber zum Glück war der Filmverleih am Ende doch tief-entspannt und hat uns erlaubt den Film ohne Eintritt zu zeigen und dennoch allen erzählen zu dürfen, dass es einen Film zu sehen gibt. YAY! Also noch fix ein wenig Programm drum herum gebastelt und los geht es.

Das ‘Vorführ Set’

Gegen Nachmittag fingen die Aufbauarbeiten auf dem Gelände der Heidekneipe an (also genau genommen gehört das Gelände nem Schützenverein… egal :)). Tische und Stühle wurden gestellt, Leinwand, Beamer, Verstärker und Lautsprecher aufgebaut und dazwischen durften wir uns austoben. Blinkenlights aus dem Space, Feldtelefone von blast0r (hello operator? ;)), nibblepegs, Lockpicking, Pesthörnchen, Datenschleuder, Hackerbibel, Freifunk Accesspoint und natürlich Tschunk – in Windeseile hielt das Chaos Einzug. Die versprochene Seidenstrassen/Rohrpost Installation musste leider ausfallen, weil ich den Jutebeutel mit den Rohrpostkapseln und den Adaptern für das Drainagerohr nicht wiederfinde (sachdienliche Hinweise werden wie üblich mit Mate und/oder Tschunk belohnt!). Und so haben wir die Zeit vor dem Film entspannt beim basteln, spielen, ausprobieren und kommunizieren verbracht.

Das lief so ausgesprochen gut, dass ich zu meinem Kurzvortrag übers lokale Chaos und seine Anfänge fast zu spät, aber zumindest gut ausgerüstet mit einem Tschunk in der Hand vor die Leinwand gebaselt bin. By the way bin ich mir nicht sicher, ob der Vortrag wirklich kurz war, aber es gibt einfach so viele spannende und schöne Geschichten aus den letzten 23 Jahren zu erzählen… An dieser Stelle nochmal danke fürs durchhalten, weiss ja selber wie das ist nen Film gucken zu wollen und dann kommt son Otto und erzählt Stories aus seiner Jugend. Srsly, ich hoffe ich konnte neben sentimentalen Rückblicken aufzeigen, dass wir ohne Wau und ohne den CCC, einige spannende Initiativen im Ruhrgebiet und ganz Deutschland weniger hätten.

Wo ist der Tschunk? smash erzaehlt vom Informationsfeldweg

Allerdings war es schon vor dem Film ziemlich schattig, so dass die Diskussionsrunde nach dem Film ausfallen musste. Wir konnten uns dann noch beim gemütlichen Abbau aufwärmen und langsam in die Nacht entschwinden. Beim nächsten mal vielleicht, dann doch in einem wärmeren Monat. Apropos… Es war ein großes Vergnügen diese gemeinsame Aktion in der Heidekneipe stattfinden zu lassen, super nettes Team vor Ort und eine Location die eigentlich nach einem regelmäßigem überregionalen Chaos Event schreit. Was daraus wird, werden wir sehen, aber die Ideen sprudeln schon und vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr bereits dort für ein grösseres Chaos Event wieder 😉

Heute ist #LoRaWAN Tag!

Mit etwas Glück könnt ihr noch einen Platz vor Ort ergattern, oder ihr genießt den angekündigten Livestream von zuhause aus. So oder so wünschen wir euch viel Spass am Geraet!

LoRaWAN Tag Livestreams:

  • 13:00 – 14:00 Vortrag 1 – LoRa-WAS? LoRaWAN und Smart Cities – Streamlink
  • 14:30 – 15:30 Vortrag 2 – LoRaWAN und The Things Network im Detail – Streamlink

Alles ist eins. Ausser der 0: 9.10 OpenAir in Schwerte, Eintritt frei!

Falls ihr bisher noch nicht die Gelegenheit hattet, oder einfach keine Lust 90 Minuten in einem geschlossenen Raum zu verbringen, gibt es jetzt nochmal die Gelegenheit ‘Dr. Waus Chaos Computer Film’ im Kreis Unna zu sehen. Und zwar am 09.10.2021 ab 20 Uhr als Freiluftkino bei unseren Freunden aus der Heidekneipe in Schwerte. Der Eintritt ist frei, jedoch sind die Plaetze begrenzt. Wir bitten euch daher, fruehzeitig ein Ticket zu klicken! Ergaenzend zum Film werden Menschen aus dem lokalen Chaos ein kleines Rahmenprogramm gestalten:

Vor dem Film wird es die Moeglichkeit geben den Loetkolben zu schwingen und sich eine Nibble-Peg zu gestalten. Als Einleitung zum Film werden wir ein wenig ueber das lokale Chaos der Region und seine Urspruenge erzaehlen. Nach dem Film wird es die die Gelegenheit geben gemeinsam ueber den Film und Waus Ideen und Ideale 20 Jahre spaeter zu sprechen. Dazu wird es natuerlich Club Mate und Tschunk geben!

Kinotipp: Alles ist eins. Ausser der 0

ALLES IST EINS. AUSSER DER 0. erzählt eine Geschichte digitaler Subversion: vom exklusiven Club zu einer Instanz, die heute bei allen Fragen der Netzpolitik zu Rate gezogen wird.” – am 29.07, 20 Uhr im Kinorama Unna. Vor dem Film erzaehlen wir spannendes zum lokalen Chaos. Weitere Vorfuehrungen in anderen Staedten findet ihr auf ccc.de und beim c-radar!

Sie sind Aktivisten, Spione, Genies: Ohne die Hacker schiene uns die schöne bunte, digitale Informationsgesellschaft als bestmögliche aller Welten. Sie sind die Aufklärer, die der blinde Glaube an die mehr oder weniger sozialen Netzwerke nötig hat. Am Anfang der Hacker-Kultur stand Deutschlands erster digitaler Bürgerrechtler: Wau Holland ist der Visionär einer demokratischen digitalen Kultur. 1981 gründete er mit einer Handvoll Mitstreitern den Chaos Computer Club (CCC), der durch spektakuläre Hacks und später durch Verstrickungen mit den Geheimdiensten weltbekannt wurde. Wau Holland und der CCC stehen für eine Praxis des ungehinderten sozialen Austauschs mit den Mitteln der Maschine. Digitalisierung ist für sie nicht nur Heilsbringer, sondern eine Regierungstechnik, von der nichts weniger als der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft abhängt. Vom Computer-Nerd zum Datenkünstler, vom Einsiedler zum Medienstar, vom subversiven Hacker zum Verfechter der Demokratie: Der energiegeladene Dokumentarfilm ALLES IST EINS. AUSSER DER 0. zeigt mit cleveren Montagen, wie die großen Fragen unserer Gegenwart das Leben und Wirken Wau Hollands durchzogen. Gerade für die heutige Dynamik des Internets, in der eine Meinung nicht nur freie Äußerung, sondern immer auch eine Waffe ist, wirkt die Hackerethik des CCC wie ein Mahnmal zivilgesellschaftlicher Werte.

ALLES IST EINS. AUSSER DER 0. erzählt eine Geschichte digitaler Subversion: vom exklusiven Club zu einer Instanz, die heute bei allen Fragen der Netzpolitik zu Rate gezogen wird. Der Dokumentarfilm von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf setzt der bekanntesten deutschen Hackervereinigung ein stilsicheres, kraftvolles und würdiges Denkmal. Selten hat man ein so eindringliches Porträt über Zeitgeist-Pioniere gesehen, deren Weitblick für die Gegenwart so beeindruckend wie bereichernd ist.

https://allesisteins.film/#synopsis

Wir sind offizielle TTN Community fuer den Kreis Unna

Hooray! Um das ganze zu zelebrieren gibt es am kommenden Samstag 10.04.2021 ein virtuelles Happening zu dem wir euch gerne einladen möchten. Los geht es um 17 Uhr auf unserem bbb Server. Gerne schaut vorher auf unserer Community Seite beim TTN vorbei!

Gerne können wir zu dieser Gelegenheit über LoRaWAN, TheThingsNetwork, die nächsten Gateways für den Kreis Unna, nodes, Hardware und was euch sonst noch so einfällt reden. Bis dahin!

Pressemitteilung Projekt CO2-Ampel

CO2-Ampel made in Unna

Bereits im August 2020 wurde durch ein Mitglied der UN-Hack-Bar ein funktionierender CO2 Ampel Prototyp gebaut. Seitdem hat sich viel getan und jetzt hat der gemeinnützige Verein aus der Morgenstraße die zweite und voraussichtlich finale Auslieferungsrunde abgeschlossen und blick zurück.
CO2 Ampeln messen den Anteil Kohlendioxid (CO2) in der Raumluft und helfen dadurch Ermüdung und Infektionen durch rechtzeitiges Lüften vorzubeugen.
Wir atmen CO2 aus und wenn wir erkrankt sind ebenso Viren. Daher ist es möglich indirekt vom CO2 Gehalt der Luft auf eine potenzielle Viruslast der Raumluft zu schließen.
Und so funktionieren die Ampeln: bei Grün ist der Wert unbedenklich, bei Gelb sollte bald gelüftet werden, aber noch ist der Wert unkritisch und bei Rot sollte umgehend gelüftet werden, da der Grenzwert von 1000ppm überschritten wurde.
Insgesamt wurden fast 1000 Ampeln verschickt.
Die Empfänger*innen saßen dabei deutschlandweit und auch über die Grenzen hinaus: in die Niederlande, Schweiz, Österreich und Schweden wurden jeweils Ampeln geliefert. Über 40 Quadratmeter Pappelholz wurden im Lasercutter des Vereins für die Gehäuse geschnitten, mehrere Kilogramm Kunststoff Filament mittels 3D-Druck verarbeitet und eine dreistellige Anzahl Pakete gepackt und verschickt. Für Entwicklung, Dokumentation, Support, Einkauf und Versand sind in etwa 2300 Personenstunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden. Software, Platine, laser geschnittenes Gehäuse und 3D gedruckter Diffusor wurden von der UN-Hack-Bar entwickelt und hergestellt. Alle Elemente der Ampel sind Open Source und stehen online zum selber nachbauen zur Verfügung. Der Verein hat auch den Import der benötigten elektronischen Bauteile übernommen bis hin zum direkten Kontakt mit dem Hersteller des in der Ampel verbauten CO2 Sensors. Auf diese Weise konnten die benötigten Teile organisiert werden, obwohl im Winter kaum noch Sensoren auf dem deutschen Markt zu haben waren. Ebenfalls konnte der Verein die CO2 Ampel quasi zum Selbstkostenpreis von 35 Euro weitergeben (zum Vergleich: Der Sensor alleine kostet bei reichelt knapp 27 Euro). Vereinsmitglied Frank Nord dazu “Wir wollten eine bezahlbare Hilfe anbieten” und mit einem Kopfschütteln “es gibt technisch gleichwertige, aber um über das Zehnfache teurere Angebote – da wird die Not der Menschen massiv ausgenutzt!”. Im Dezember hatte der Verein jeweils eine Ampel pro Schule in Unna gespendet. Finanziert wurde diese Aktion von der Stiftung Zukunft der Sparkasse Unna. Ebenfalls im Dezember erhielt der Verein den Förderpreis der Aktion Lichtblicke (Antenne Unna) über 2500 Euro. Mit diesem Geld und weiteren Spenden von Bürger*innen aus ganz Deutschland konnte der Verein erneut ungefähr 100 weitere Ampeln kostenlos an die Schulen in Unna abgeben.
Verwundert zeigte sich der Verein jetzt darüber, dass ein Elektrohändler aus Fröndenberg sich in der Presse als Projektinitiator gibt, obwohl er lediglich die Bausätze des Vereins zusammensetzt und mit eigenem Logo weitergibt, jedoch an deren Entwicklung nicht beteiligt ist.
Da das Projekt sehr kräftezehrend für die Menschen des Vereins war, ist keine weitere Runde geplant.
Es gibt jedoch bereits Anfragen von anderen Initiativen das Projekt weiterzuführen, die von der Projektgruppe der UN-Hack-Bar gerne unterstützt werden.

Weitere Informationen:

https://www.un-hack-bar.de/2020/10/25/co2-ampeln-fuer-alle/ (Blogbeitrag unhb.de aus Oktober 2020)
https://wiki.un-hack-bar.de/index.php/CO2_Ampel (Informationssammlung zur Ampel)
https://s.unhb.de/co2-aufbau (Aufbauanleitung)
https://git.unhb.de/smash/co2ampel (alternativ Software der Ampel)
https://git.unhb.de/smash/ebk-unhb-co2ampel (Software der Ampel)
https://www.youtube.com/playlist?list=PLPb2paQxn_U2I763Bx0YOEPnyly2mEiO9 (Aufbauanleitung, Bericht WDR Lokalzeit, Ehrung durch die Gruenen Unna)
https://www.antenneunna.de/artikel/das-grosse-danke-wir-unterstuetzen-diese-projekte-im-kreis-unna-818401.html (Foerderpreis durch Antenne Unna)
https://www.un-hack-bar.de/2021/01/31/ehrung-durch-ov-unna-buendnis-90-die-gruenen/ (Ehrung durch Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen in Unna)

neues Jahr, neue Runde #CO2Ampel

Good news everyone! Wir produzieren wieder CO2 Ampeln. Wenn ihr also bei der ersten Runde leer ausgegangen seid habt ihr jetzt nochmal Gelegenheit hier einen Bausatz zu ergattern! Wie auch bei der ersten Runde, ist die Menge der Bausätze limitiert, da wir gerne weiter die Umsatzsteuerbefreiung für den Verein erhalten wollen. First come, first serve!

https://twitter.com/scrubsoholic/status/1341745245076205572

Ein weiterer Grund zur Freude ist dass wir bei der Aktion Lichtblicke von Antenne Unna ausgewählt wurden und das Projekt CO2 Ampel mit 2500 Euro gefördert wird. Mit diesem und dem Geld was Menschen Privat für das Projekt gespendet haben, werden wir weitere Ampeln für die Schulen im Kreis Unna zur Verfügung stellen können. Dazu haben wir bereits Anfragen von einigen Schulen erhalten, und freuen uns über weitere. Das Geld reicht aber leider bei weitem nicht um alle der ca. 98 Schulen im Kreis Unna zu versorgen. Es lohnt sich also schnell zu sein!

https://twitter.com/UN_Hack_Bar/status/1341712702620786690

Last but not least: die Förderung zeigt auch wie wichtig Spenden sind. Denn Spenden gehören in den ideellen Bereich und so könnten wir theoretisch unendlich Ampeln für Schulen bauen. Der einzige Haken daran: Schulen selber können kein Geld für Ampeln spenden und wir können nur begrenzt Rechnungen ausstellen. Daher sind wir und die Schulen sehr auf Spenden oder Förderungen angewiesen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Menschen die uns und dem Projekt mit einer Spende unter die Arme greifen!

CO2 Ampeln für alle!

Wir haben mal wieder was gebastelt, nämlich eine CO2 Ampel für Schulen. Diese possierlichen kleinen Geräte sollen helfen SARS-CoV-2 Infektionen in Schulen zu reduzieren.
Die Ampel misst mit einem CO2 Sensor ob bedenkliche Mengen CO2 in der Atemluft vorhanden sind. Mit jedem Atemzug stößt ein Mensch ca 30.000 PPM (Teile von einer Million) CO2 aus. Und infizierte Menschen auch Viren, die teilweise als größeren Tröpfchen von einem MNS aufgefangen werden, aber auch in Form von Aerosolen (Kleinstpartikel die nur langsam zu Boden sinken) in die Raumluft übergehen. Je größer der Anteil an Viren belasteter Aerosole im Klassenraum, desto höher das Risiko einer Infektion. Da wir nun aufgrund der Menge vorhandenen CO2 in der Raumluft wissen wieviel ausgeatmet wurde, können wir rechtzeitig lüften und so das Risiko weiterer Infektionen reduzieren.

Die Ampel erfüllt die Funktion diesen Zeitpunkt zu bestimmen. Denn wenn es draußen nass und kalt ist, wird ein Dauerlüften wie im Sommer schwierig bis unmöglich. Sobald der Wert sich einem Grenzwert nähert beginnt die Ampel Gelb zu leuchten, wird der Grenzwert erreicht oder überschritten fängt die Ampel an Rot zu blinken. Parallel dazu kann der gemessene Wert auf dem Display der Ampel abgelesen werden und eine Verlaufskurve kann online eingesehen werden (sofern die Ampel in ein bestehendes WLAN eingebucht ist).

Da unser Plan war möglichst viele Schulen und Klassen mit einer Ampel auszustatten, haben wir die Ampel soweit optimiert dass die Materialkosten bei ca. 30 Euro liegen. Immer noch zuviel für einen kleinen Verein mit ca 23 Mitglieder*innen, aber dank Finanzierung der Stiftung Zukunft der Sparkasse Unna Kamen, sind wir in der Lage allen Schulen im Kreis Unna jeweils eine erste Ampel zur Verfügung zu stellen. Das ist aber erst der Anfang, die Schulen können sich von den Ampeln überzeugen und weitere Exemplare von uns bekommen. Wir bauen die Ampeln und bei Interesse stellen wir auch gerne Bausätze zur Verfügung. Diese können die Schüler*innen im Unterricht selbstständig bauen. Für die weitere Finanzierung steht der Stadt Unna leider kein Budget in Millionenhöhe wie Berlin zur Verfügung, allerdings sind unsere selbstbau Ampeln so günstig dass Fördervereine, Klassenkasse und Spenden es möglich machen sollten alle Klassen im Kreis damit auszustatten.

Wir bauen die Ampeln ehrenamtlich und haben keine Gewinnabsicht.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, gibt es dazu viele Möglichkeiten:

  • werde Fördermitglied und unterstütze dieses und zukünftige Projekte monatlich mit einem kleinen Betrag z.B. 5€ (wir sind gemeinnützig und Spenden können bei der Steuer angegeben werden)
  • durch Materialspenden (siehe Bauanleitung)
  • durch eine Patenschaft fuer eine Ampel (30 Euro Spende an uns oder via Betterplace.org)
  • durch Zeit: Bauteile zusammenlöten, Firmware aufspielen, Gehäuseteile am Laser Cutter ausschneiden (Material und Geraete sind im Hackspace, Lötkolben könnt ihr euch auch mit nach Hause nehmen)
  • durchs weiter erzählen, denn gemeinsam schaffen wir mehr!

Die Anleitung zum Bau der Ampel findet sich in unserem git unter: https://git.unhb.de/smash/co2ampel

Bestellungen können ab sofort hier getätigt werden.

Weitere Informationen findet Ihr im Wiki unter: https://wiki.un-hack-bar.de/index.php/CO2_Ampel
Und hier könnt ihr euch ansehen wie sich CO2 Werte in meinem heimischen Wohnzimmer so entwickeln: Projekt Grafana Dashboard

Maker vs. Virus – ein Fazit

update: vor lauter Details (und Versionen dieses Textes) ist mir durchgegangen die freundlichen Menschen aus dem Chaospott zu erwähnen, die uns einen Ultimaker 3 geliehen haben. All Hail Discordia!Chaospott! (hoffe das macht den Verpeil wieder wett ;))

Einen knappen Monat haben wir Gesichtsschutze gedruckt, Visiere geschnitten, Behelfs Mund Nasen Schutze (BMNS) genäht und zum Schluss Earsaver gedruckt. Empfänger waren Menschen aus Medizin und Pflege, z.B. Krankenhäuser, Rettungsdienst, Altenheime und mobile Pflege. Wir haben das Material von Anfang an kostenlos ausgegeben und keinen Selbstkostenpreis oder ähnliches verlangt. Viele Menschen haben dennoch aus freiem Antrieb an den Verein gespendet, was zwar nicht unser Ziel war – aber uns dennoch sehr hilft. Denn wir sind nach wie vor ein kleiner Verein und sozusagen im Entscheidungsjahr unserer Existenz (-> in eigener Sache). Glücklicherweise ist der Bedarf an Face Shields und co deutlich zurück gegangen, so dass wir den Druck gestoppt und unsere Rolle als aktiver HUB im Projekt Maker vs. Virus beenden konnten. Ein guter Zeitpunkt zurück zu blicken und ein Fazit zu ziehen.

Es war ein turbulenter und auch sehr anstrengender Monat, aber wir sind an unserer Aufgabe gewachsen und haben viel Unterstützung erfahren mit der wir nicht gerechnet hatten. So haben bemerkenswert viele Menschen aus dem Kreis Unna zuhause ihre 3D Drucker laufen lassen um Teile für Gesichtsschutze zu drucken. Auch hat uns die Spende von 66 Metern (!) Beetfolie vom Globus Baumarkt in Unna ermöglicht die Shields um die notwendige Scheibe zu ergänzen! Nachdem unser aktiver 3D Drucker den Mainboard Steppertreiber magic-smoke Tod starb, erhielten wir das Angebot der Sparkasse ihren Drucker zu leihen. Und damit nicht genug, die Sparkasse half auch den Kontakt zu den Schulen herzustellen. So haben wir für das Projekt leihweise 3D Drucker vom Pestalozzi Gymnasium, der Hellweg Realschule, dem Gymnasium Kamen, der Hauptschule Holzwickede und der Hauptschule Kamen geliehen bekommen. Die Gesamtschule Königsborn hat ihrerseits sogar Schüler*innen gefunden die zuhause quasi als Projekt den Druck unterstützt haben (-> Bericht im Hellweger Anzeiger). Support aus den eigenen Reihen haben wir auch erhalten, der Chaospott (unsere CCC Verwandtschaft aus Essen) hat uns einen großartig verzierten Ultimaker 3 geliehen, den wir mit viel liebe in unsere Druckfarm aufgenommen haben.

Die grosse Unterstützung war unerwartet, aber auch wichtig. Für den 3D Druck im Hackspace benötigte es immer einen anwesenden Menschen um neue Drucke zu starten, Shields zu bauen oder die Drucker zu warten. Nach unserem Aufruf (-> Wir suchen Unterstützer*innen) haben sich für diese Aufgabe sogar einige besonders mutige Menschen aus dem Kreis Unna gefunden. Besonders mutig weil sie kein Vorwissen mit 3D Druckern hatten und dennoch mit uns den Sprung ins kalte Wasser wagten.

Bereits im Spätsommer 2019 haben wir begonnen einen Lasercutter für den Hackspace aufzutreiben (-> Projekt Lasercutter). Den Nutzen eines solchen Gerätes haben damals kaum Menschen außerhalb des Hackspace verstanden und so blieben unsere Unterstützungs-Anfragen an sämtliche Stiftungen des Kreises teilweise bis heute unbeantwortet. Zum Bau der Face Shields war aber genau solch ein Gerät der Schlüssel. Denn aus 66 Metern Beetfolie mehrere Hundert Visiere zu schneiden und diese präzise zu lochen um mit den 3D gedruckten Bügeln zu passen funktioniert von Hand nicht wirklich gut. Wir haben eine spezielle Variante des Shields für den Rettungsdienst hergestellt (kürzeres Visier) und konnten uns daher daran üben 30 Visiere von Hand zu schneiden – das war wirklich nicht so lustig. Für den Großteil der Shields konnten wir aber auf Hardware des Chaostreff Dortmund zurückgreifen, wo Menschen sich richtig ins Zeug gelegt haben und stundenlang Folie auf dem Lasercutter in Visiere verwandelt haben. Hierfür wurde sogar eigens ein Vakuumtisch improvisiert um die widerspenstige Folie beim schneiden auf dem Laser plan zu halten.

Folien aus PET-G Platten lasern

Unterdessen haben wir auch mit Livestreams und Videoproduktion experimentiert, um unmittelbarer von unseren Fortschritten zu informieren. Schnell haben sich mehrere Mitglieder eingebracht, um die Streams zu maintainen und sogar zu verbessern. Sogar ein Webcamserver wurde aufgesetzt, um die Drucker aus verschiedenen Perspektiven zu filmen. Wer weiß? Vielleicht gibt es demnächst mehr Videos und Streams von uns. Die Erfahrung und gewillte Individuen sind da.

Bei all den positiven Dingen, die das Projekt hervorgebracht hat können wir auch irgendwie verschmerzen dass während des Projekts der einzige Kontakt zur Stadt Unna über das Ordnungsamt lief, welches Strafzettel fürs Aus und Einladen vor dem Hackspace an uns hinterlassen hat. So Kontaktwillig hat sich der Kreis leider nicht gezeigt, denn unser Hilfsangebot an den Fachbereich Gesundheit blieb bis heute unbeantwortet. Wir halten also fest: selber machen funktioniert immer noch am besten!

Und jetzt?
Wenn ihr noch Face Shields oder Earsaver brauchen könnt, kontaktiert uns gerne. Solange wir noch Material da haben helfen wir gerne aus. Solltet ihr Grosse Mengen benötigen können wir den Kontakt zu Menschen herstellen die Face Shields in Spritzguss Verfahren herstellen. Wir räumen unseren Hackspace jetzt langsam wieder frei für alte und neue Projekte. Das Projekt Lasercutter ist bei uns wieder aktueller denn je und daher haben wir dafür eine Betterplace.org Spendensammlung gestartet (ebenso wie eine generelle Spendenaktion wenn ihr uns durch die Corona Zeit helfen wollt). Parallel dazu bauen wir an einer MPCNC und daran unsere Vorträge in Zukunft Online präsentieren zu können. Achja: unser 3D Drucker hat mittlerweile ein neues Mainboard bekommen – allerdings hat das leichte defekte (danke ebayKleinanzeigen….) und braucht noch einige Aufmerksamkeit von uns. Last but not least: wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Menschen, die zusammen mit uns diese Aktion gestemmt haben!

Das Projekt in ein paar Zahlen:

3D Drucker:
4 Ultimaker 2+
1 Ultimaker 3
1 Ultimaker S5
1 Ender 5
1 Craftbot
1 CTC Bezier

ca 120 dokumentierte Schichten + etliche Stunden nicht dokumentierter Arbeit (Kontakt Schulen, Abholung 3D Drucker, Materialsuche, Einfuehrung ehrenamtlicher Helfer*innen in den Ablauf im Hackspace, Social Media Bespielung, Projektdokumentation, Unterstuetzungsanfragen mit Stromanbieter und Baumarkt, Maker vs. Virus Meetings, Bedarfsklaerung per Telefon, eMail und persoenlich, Beantworten von Anfagen auf der eigenen Mailingliste, Bestellung von Material, Terminierung Abgabe Drucke von Helfer*innen, Fahrten um Spezial Locher zu besorgen…)
ca 13 Entitaeten (darunter auch komplette Familien) die Schichten gearbeitet haben
ca 30 verschiedene Empfänger*innen von Material u.a. Zahnaerzt*innen, Physiotherapeut*innen, Pflegeheime, Krankenhaeuser, Logopaed*innen, Hausaerzt*innen, Rettungsdienst, Verkehrsbetriebe, Psychotherapeut*innen, Altenpflege, Intensivmedizin, Krankentransporte, Kassenvereinigungen, Gastroenterologie, Privatpersonen

Material:
ca 200 Zip Beutel
ca 100 Meter Stirnpolster
ca 100 Meter Knopflochband
ca 700 einzelne 3D Drucke (Faceshields, earsaver)
mehrere hundert Visiere aus dem Lasercutter des CTDO + ein komplett handgeschnittener Satz fuer das DRK/Rettungsdienst im Kreis Unna
knapp 20 Kilo Filament verbraucht
ca 200 Behelfs Mund Nasen Schutze genaeht

Presse und co:


Gymnasium Kamen

Gesamtschule Kamen

Hellweger Anzeiger “Unnas Hackerclub „näht“ Schutzmasken mit dem 3D-Drucker”

Hellweger Anzeiger “Gesamtschüler aus Königsborn drucken Rahmen für Schutzmasken

Hellweger Anzeiger “Gesichtsschutz aus dem Drucker: Kamener Gesamtschule sagt Coronavirus den Kampf an

Hellweger Anzeiger PGU-Abiturient nutzt Kontakte zur Schule für die Herstellung von Schutzvisieren

Lokalkompass

Gesamtschule Kamen